Schwache Auslandsmärkte bremsen Pkw-Produktion

Die positiven Nachfrageimpulse aufgrund der CO2-basierten Kfz-Steuer sowie der Umweltprämie prägen auch weiterhin den deutschen Pkw-Markt. Die Neuzulassungen lagen im April 2009 mit nahezu 380.000 Pkw um 19 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres ist der deutsche Pkw-Markt damit um gut 18 Prozent auf knapp 1,25 Mio. Einheiten gewachsen. Dies entspricht einem Mehrabsatz gegenüber dem Zulassungsvolumen vor einem Jahr von nahezu 200.000 Pkw. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), betonte: „Die direkt beim Verbraucher ansetzenden Kaufimpulse erfüllen derzeit offensichtlich die von der Politik beabsichtigte Brückenfunktion und stabilisieren den Inlandsmarkt. Dieser kann zwar nicht das weiterhin schwache Auslandsgeschäft vollständig kompensieren, doch ist dies ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung der Beschäftigung angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise.“

Die Inlandsorder der deutschen Hersteller haben im April ebenfalls weiter zugelegt (+3 Prozent). Im bisherigen Jahresverlauf stiegen die inländischen Auftragseingänge um 32 Prozent. Offensichtlich zieht die Umweltprämie mehr Kunden, die bislang keine Neuwagen gekauft haben, als erwartet in die Schauräume und leistet – gemeinsam mit der neuen Kfz-Steuer – einen wirksamen Beitrag zum privaten Konsum. Der hohe Auftragsbestand bei den deutschen Herstellern, der sich seit Anfang des Jahres auf 600.000 Pkw nahezu verdoppelt hat, dürfte auch in den kommenden Monaten die Neuzulassungen erheblich stützen.

Auf den meisten Auslandsmärkten bleibt dagegen die Nachfrage weiter schwach. So kam es in den USA im April zu einem weiteren Verkaufsrückgang um 34 Prozent auf 817.000 Light Vehicles; in den ersten 4 Monaten brach der Absatz um 37 Prozent ein. Die deutschen Anbieter konnten sich dem schwachen Marktumfeld nicht ganz entziehen, obwohl sie ihren Marktanteil um über einen Prozentpunkt auf 7,3 Prozent steigern konnten – im Pkw-Bereich erreichten sie sogar einen Anteil von über 11 Prozent.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland blieben bislang noch deutlich hinter dem Vorjahresvolumen zurück: im April um 29 Prozent, in den ersten vier Monaten 2009 um 31 Prozent. Allerdings waren sie in den letzten Monaten tendenziell nicht weiter rückläufig. Die Exporte gaben im bisherigen Jahresverlauf deutlich nach (-40 Prozent). Im April – auch beeinflusst durch 2 Arbeitstage weniger – wurden 221.000 Pkw ausgeführt (-48 Prozent). Wissmann unterstrich: „Wir setzen darauf, dass die in nunmehr vielen europäischen Ländern aufgelegten Incentive-Programme greifen und eine weitere Abwärtsbewegung zumindest gebremst wird. Damit dürften sich die Exportbedingungen insbesondere für die deutschen Marken verbessern.“

Trotz des besseren Inlandsgeschäfts mussten die deutschen Hersteller angesichts der Exportentwicklung ihre Produktion deutlich zurückfahren. Insgesamt wurden im April 382.000 Pkw in den inländischen Werken gefertigt (-34 Prozent). Im ersten Tertial 2009 unterschritt die Fertigung mit gut 1,4 Mio. Pkw das Vorjahresvolumen um 31 Prozent.

Über Markus Burgdorf 187 Artikel
Markus Burgdorf arbeitet seit über 25 Jahren im Automobilbereich, zuerst als Journalist, dann als Leiter Öffentlichkeitsarbeit namhafter Zulieferer, heute als freier Berater und Geschäftsführender Gesellschafter der deutschen PR- und Internet- Agentur Avandy GmbH.

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