Pkw-Inlandsmarkt legt im August um 28 Prozent zu

Die Neuzulassungen im August überschritten mit 275.000 Pkw das Vorjahresvolumen um 28 Prozent. Damit setzte sich die – dank der Neuordnung der Kfz-Steuer sowie der Umweltprämie – kräftige Nachfragebelebung fort. Angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die ja vor allem zu einem Einbruch im Export geführt hat, stärken diese Anreize zumindest vorübergehend die Inlandsnachfrage und stabilisieren damit in diesem Jahr die Beschäftigung.

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), betonte: „Klar ist allerdings auch, dass die Prämie zu einer asymmetrischen Erfolgsbeteiligung bei den einzelnen Marken geführt und eine vorübergehende Verschiebung des Modellmix auf dem deutschen Pkw-Markt ausgelöst hat. Sie wirkt vor allem im Kleinwagen- und Kompaktklasse-Segment, weniger im Premiumbereich.“ Der bisherige Rückgang auf den Exportmärkten werde für eine Übergangszeit teilweise abgefedert.

Insgesamt legten die Pkw-Neuzulassungen in den ersten acht Monaten um 27 Prozent auf nahezu 2,7 Mio. Fahrzeuge zu; dies sind 565.000 Pkw mehr als im Vorjahr. Im August erhöhte sich der inländische Auftragseingang, begünstigt durch den Endspurt bei der Nachfrage nach der Umweltprämie, um 40 Prozent. Der Auftragsbestand der deutschen Hersteller liegt mit 521.000 Einheiten um 39 Prozent über dem Vorjahresniveau. „Damit können wir unsere Prognose von Anfang Juli bestätigen, dass sich für das Gesamtjahr ein Volumen von über 3,5 Mio. Pkw abzeichnet“, unterstrich Wissmann.

Die internationalen Automobilmärkte werden in den letzten Monaten ebenfalls durch zahlreiche Incentive-Programme gestützt. So übertrafen in den USA die Verkäufe von Light Vehicles mit 1,26 Mio. im August erstmals seit nahezu zwei Jahren wieder das entsprechende Vorjahresvolumen (+1 Prozent). Dabei stieg der Pkw-Absatz um 14 Prozent, bei den Light Trucks kam es dagegen zu einem weiteren Rückgang um 13 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf blieben die Verkäufe von Light Vehicles aber noch um 28 Prozent hinter dem Vorjahresvolumen zurück. Die deutschen Hersteller konnten trotz der protektionistisch ausgerichteten Abwrackpämie ihren Marktanteil in den USA im bisherigen Jahresverlauf um knapp einen Prozentpunkt auf 7,1 Prozent steigern.

Beim Export mussten die deutschen Hersteller auch im August einen Rückgang hinnehmen, der aber mit knapp 10 Prozent deutlich geringer ausfiel als in den Vormonaten. Im bisherigen Jahresverlauf beträgt das Export-Minus noch 29 Prozent. Die Bestellungen aus dem Ausland blieben in den ersten acht Monaten zwar noch um 22 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück, im August erreichten sie jedoch nahezu das letztjährige Niveau (-3 Prozent). Eine Bodenbildung sei, so Wissmann, deutlich erkennbar, das zeigten auch die saisonbereinigten Zahlen.

Auch bei der Produktion hat sich die Talfahrt deutlich abgebremst. So wurden im August mit gut 326.000 Einheiten im Inland lediglich 4 Prozent weniger Pkw gefertigt als im Vorjahresmonat. Damit ist die Produktion im Inland im dritten Monat in Folge nur noch im einstelligen Bereich zurückgegangen. Im bisherigen Jahresverlauf liegt der Rückgang noch bei 20 Prozent.

Wissmann unterstrich: „Zwar werden wir beim Export und der Produktion im Gesamtjahr 2009 deutlich unter Vorjahr liegen, doch die Talsohle haben wir nach den vorliegenden Zahlen durchschritten. Wenn jetzt die internationalen Automobilmärkte weiter an Fahrt gewinnen, dürfte sich auch in den nächsten Monaten die Lage Schritt für Schritt weiter verbessern.“

Über Markus Burgdorf 187 Artikel
Markus Burgdorf arbeitet seit über 25 Jahren im Automobilbereich, zuerst als Journalist, dann als Leiter Öffentlichkeitsarbeit namhafter Zulieferer, heute als freier Berater und Geschäftsführender Gesellschafter der deutschen PR- und Internet- Agentur Avandy GmbH.

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