Im ersten Halbjahr 2010 28,7 Prozent weniger Pkw-Neuzulassungen in Deutschland

Im ersten Halbjahr 2010 wurden 1,47 Millionen Personenkraftwagen  (Pkw) für den Straßenverkehr neu zugelassen. Das hohe Vorjahresergebnis wurde somit um -28,7 Prozent unterschritten. Im Vergleich zu 2008 sind es -10,1 Prozent.

Zulassungszahlen in der Jahresübersicht (Grafik: Kraftfahrtbundesamt)

Im Juni gab es, ähnlich wie schon in den Vormonaten, insgesamt deutlich weniger Kfz-Neuzulassungen als im Vorjahr (-28,7 %). Von den 289.259 Pkw wurden 43,5 Prozent von Privatpersonen zugelassenen.

Nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 sehen sich viele Hersteller mit stark rückläufigen Zulassungszahlen konfrontiert. Gegen den Trend gab es auch einige Lichtblicke. Nissan, Infiniti (+29,0 %) und Land Rover (+23,6 %) verbuchten deutlich mehr Zulassungen als 2009. BMW liegt mit -1,0 Prozent knapp unter Vorjahresniveau. Bei den deutschen Volumenherstellern Opel (-39,7 %) und Ford (-35,1 %) gab es einen deutlichen Einbruch. VW konnte trotz rückläufiger Zulassungen (-22,0 %) seine Vorrangstellung mit einem Anteil von 22,3 Prozent noch halten. Bei den ausländischen Marken ist Renault, Dacia mit 5,1 Prozent Marktführer. Skoda (4,6 %), Peugeot (3,1 %) und Fiat (3,0 %) folgen im Neuzulassungsranking. Die Vorjahresergebnisse konnten auch von diesen Herstellern nicht annähernd erreicht werden. Das Defizit zum Vorjahr liegt nach dem ersten Halbjahr insgesamt bei knapp 0,6 Millionen Pkw.

Insbesondere kleine Fahrzeuge sind im ersten Halbjahr 2010 weniger gefragt als im Vorjahreszeitraum. Mini- und Kleinwagensegment gingen um fast die Hälfte zurück, die Mini-Vans um -16,2 Prozent. Auch das größte Pkw-Segment, die Kompaktklasse, blieb mit -26,8 Prozent weit hinter dem starken Vorjahresergebnis zurück. Eine günstigere Entwicklung ist dagegen bei den Premiumfahrzeugen der Oberen Mittelklasse und der Oberklasse zu beobachten. Insbesondere Audi A8, Jaguar XF und XJ, Mercedes E-Klasse und BMW 5er sorgten für deutliche Zuwachsraten. Hier ist der Anteil der gewerblichen Halter recht hoch, teilweise über 90 Prozent. Das große Modellangebot an Geländefahrzeugen wird weiterhin gut angenommen (+3,2 %). Die Sportwagen gingen mit +16,9 Prozent in die Halbjahresbilanz ein.

Die Umweltrelevanz beim Autokauf wird durch eine weitere Senkung des CO2-Ausstoßes (im Durchschnitt 153,5 g/km) sowie des steigenden Anteiles der modernen Euro 5-Technologie (59,5 %) verdeutlicht. Dieselaggregate wurden von 40,3 Prozent der 1,47 Millionen Neuwagenkäufer bevorzugt.

Gewinner und Verlierer im Juni 2010 (Grafik: KBA)

Fast alle Fahrzeugklassen stehen mit einem negativen Vorzeichen in der Halbjahresbilanz. Lediglich die Lastkraftwagen sind seit einigen Monaten wieder auf Wachstumskurs (+9,4 %). Insgesamt wurden 1,71 Millionen Kfz und gut 124.000 Kfz-Anhänger in den vergangenen sechs Monaten neu zugelassen.

Mit 3,15 Millionen Halterwechsel stieg der Gebrauchtmarkt der Pkw leicht an (+0,9 %). Die Krafträder gingen im ersten Halbjahr um -3,7 Prozent zurück. Der Nutzfahrzeugmarkt hat wieder Fahrt aufgenommen (z. B. Lkw +10,9 %, Sattelzugmaschinen +22,2 %). 3,64 Millionen Besitzumschreibungen wurden insgesamt im ersten Halbjahr 2010 vorgenommen.

Über Markus Burgdorf 187 Artikel
Markus Burgdorf arbeitet seit über 25 Jahren im Automobilbereich, zuerst als Journalist, dann als Leiter Öffentlichkeitsarbeit namhafter Zulieferer, heute als freier Berater und Geschäftsführender Gesellschafter der deutschen PR- und Internet- Agentur Avandy GmbH.

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