Westeuropäischer Pkw-Markt legt im Mai spürbar zu

Der westeuropäische Automobilmarkt ist – nach schwachen Vormonaten – im Mai spürbar gewachsen: In Westeuropa wurden mit knapp 1,2 Mio. Pkw rund 8 Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen als im Vorjahresmonat. Unter den vier großen westeuropäischen Automobilländern – Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien – erwies sich der deutsche Markt erneut als Wachstumsmotor mit einem Plus von 22 Prozent. Frankreich legte um über 6 Prozent zu, Italien um rund 4 Prozent, während der britische Markt um knapp 2 Prozent zurückging. In den übrigen westeuropäischen Ländern war das Bild durchwachsen: Während der Pkw-Absatz in den Niederlanden um mehr als ein Drittel stieg (36 Prozent) und in Norwegen um gut 31 Prozent zulegte, war in Portugal ein Minus von 24 Prozent zu verzeichnen, in Spanien betrug der Rückgang 23 Prozent. In den ersten fünf Monaten zeigte sich der Pkw-Markt Westeuropa annähernd stabil (minus 1 Prozent) mit knapp 5,8 Mio. Neuzulassungen.

In den neuen EU-Ländern stieg die Pkw-Nachfrage im Mai um 4 Prozent. Obwohl Polen und Tschechien, die beiden großen osteuropäischen Märkte, um jeweils rund 3 Prozent zurück-gingen, war die Nachfrage in den übrigen Märkten zumeist positiv. Im bisherigen Jahresverlauf wurden gut 305.000 Pkw neu zugelassen, das entspricht einem Wachstum von mehr als 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In Russland stiegen im vergangenen Monat, der zwei Arbeitstage mehr aufwies als der Vergleichsmonat 2010, die Neuzulassungen von Light Vehicles mit 235.200 verkauften Einheiten um knapp 48 Prozent. Seit Januar 2011 legte der Absatz insgesamt – bedingt durch das dortige Prämienprogramm – um 60 Prozent auf beinahe 1 Mio. Einheiten zu.

Der US-amerikanische Light-Vehicles-Markt ging aufgrund steigender Benzinpreise, geringerer Incentives sowie Lieferschwierigkeiten japanischer Hersteller im Mai das erste Mal seit zehn Monaten zurück. Mit knapp 1,06 Mio. verkauften Einheiten wurden 4 Prozent weniger Pkw und Light Trucks abgesetzt als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn stiegen die Light Vehicles-Verkäufe um rund 14 Prozent auf knapp 5,3 Mio. Einheiten.

In Brasilien führte im Mai – neben zwei zusätzlichen Arbeitstagen – eine kontinuierliche Expansion von Verbraucherkrediten zu einer erneuten Belebung der Light-Vehicles-Verkäufe. 70 Prozent der Neuwagenkäufe auf dem dortigen Markt sind kreditfinanziert. Der Absatz von Pkw und Light Trucks wuchs mit über 300.000 verkauften Einheiten um gut 22 Prozent. Seit Jahresbeginn legte die Nachfrage auf dem brasilianischen Light Vehicles-Markt um über 7 Prozent zu.

Auf dem indischen Markt verzeichnete der Pkw-Absatz im Mai mit einem Anstieg von gut 8 Prozent den geringsten Zuwachs seit zwei Jahren. Im Gesamtjahr 2010 war der indische Pkw-Markt noch um knapp ein Drittel gewachsen. Im bisherigen Jahresverlauf 2011 liegt das Plus bei gut 18 Prozent. Im vergangenen Monat dämpften steigende Benzinpreise und höhere Zinsen für Privatkredite die Nachfrage.

In China stieg der Pkw-Absatz im Mai nur noch leicht um 3 Prozent auf knapp 883.000 Einheiten. Neben dem Auslaufen des Prämienprogrammes und gestiegenen Steuern auf Neuzulassungen beeinflussten auch dort Lieferprobleme japanischer Hersteller die Pkw-Verkäufe. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Absatz von Light Vehicles (ohne Utility) mit rund 5 Mio. Fahrzeugen noch um knapp 10 Prozent zu.

In Japan gingen die Pkw-Verkäufe zwar um ein Drittel zurück, doch war das Minus geringer als erwartet. Steigende Importe sowie ein im Prämiennachgang schwacher Vorjahreswert verhinderten ein noch schwächeres Ergebnis. Seit Jahresbeginn gingen die Pkw-Neuzulassungen um gut 30 Prozent zurück.

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Markus Burgdorf arbeitet seit über 25 Jahren im Automobilbereich, zuerst als Journalist, dann als Leiter Öffentlichkeitsarbeit namhafter Zulieferer, heute als freier Berater und Geschäftsführender Gesellschafter der deutschen PR- und Internet- Agentur Avandy GmbH.

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